Wie findet man einen guten ISB?

Ein Informationssicherheitsbeauftragter (kurz: ISB) beeinflusst heute weit mehr als nur Firewalls, Richtlinien oder Audits. Ein guter ISB hilft Unternehmen dabei, Risiken richtig einzuordnen, Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll zu priorisieren und zwischen Management, IT und Fachbereichen zu vermitteln.

Die Auswahl eines ISB sollte deshalb nicht ausschließlich nach Zertifikaten oder Marketingunterlagen erfolgen. In der Praxis funktioniert die Suche häufig viel einfacher.

Empfehlungen funktionieren oft am besten

Die besten Informationssicherheitsbeauftragten findet man häufig über Empfehlungen. Genau wie im privaten Leben.

Wer einen guten Handwerker, Steuerberater oder Arzt sucht, fragt meist zuerst Kollegen, Geschäftspartner oder Bekannte nach ihren Erfahrungen. Bei einem ISB ist das nicht anders. Unternehmen sprechen miteinander. Gerade nach Audits, Sicherheitsvorfällen oder Zertifizierungen zeigt sich schnell, ob ein ISB nur Dokumente produziert oder tatsächlich Mehrwert schafft.

Typische Fragen sind dabei:

  • War die Zusammenarbeit pragmatisch?
  • Wurden Risiken verständlich erklärt?
  • Hat der ISB das Unternehmen verstanden?
  • Gab es im Audit unangenehme Überraschungen?
  • War die Kommunikation klar und professionell?

Oft sind genau diese Erfahrungswerte deutlich wertvoller als jede Hochglanzpräsentation.

Zertifikate allein machen noch keinen guten ISB

Natürlich sind Zertifizierungen wie CISSP, CISM oder ISO 27001 wichtig. Sie zeigen, dass sich jemand mit Standards und Sicherheitsprozessen beschäftigt hat. Im Alltag entscheiden jedoch andere Fähigkeiten darüber, ob ein ISB wirklich hilfreich ist.

Ein guter Informationssicherheitsbeauftragter versteht:

  • Geschäftsprozesse
  • technische Risiken
  • organisatorische Zusammenhänge
  • Prioritäten im Unternehmen

Und genau hier trennt sich Theorie von Praxis.

Ein Unternehmen profitiert wenig von einem ISB, der jede Schwachstelle sofort als kritisch einstuft oder ausschließlich mit Checklisten arbeitet.

Informationssicherheit bedeutet Priorisierung. Es bringt wenig, einen isolierten Videoserver mit höchster Priorität zu patchen, wenn gleichzeitig ein veralteter Produktionsserver oder ein öffentlich erreichbarer ERP-Server ungepatcht bleibt. Ein guter ISB erkennt solche Unterschiede und hilft dabei, Risiken sinnvoll zu bewerten.

Gute ISBs sprechen verständlich

Informationssicherheit scheitert oft nicht an der Technik, sondern an der Kommunikation. Ein ISB muss mit Administratoren genauso sprechen können wie mit der Geschäftsführung. Technische Risiken müssen verständlich erklärt werden, ohne Panik zu erzeugen oder unnötige Komplexität aufzubauen. Besonders in mittelständischen Unternehmen ist Pragmatismus entscheidend. Niemand benötigt hunderte Seiten Richtlinien, die im Alltag niemand liest oder versteht. Sicherheitsmaßnahmen müssen zum Unternehmen passen.

Warnsignale bei der Auswahl

Es gibt einige typische Hinweise darauf, dass ein ISB möglicherweise nicht zur Organisation passt.

Dazu gehören unter anderem:

  • ausschließlich theoretischer Fokus
  • fehlende Praxiserfahrung
  • komplizierte oder unverständliche Kommunikation
  • pauschale Aussagen wie „alles ist kritisch“
  • fehlendes Verständnis für Geschäftsprozesse
  • reine Audit- oder Zertifikatsorientierung

Informationssicherheit darf kein Selbstzweck werden. Ein guter ISB reduziert Risiken, ohne den Betrieb unnötig zu blockieren.

Vertrauen ist wichtiger als Marketing

Am Ende basiert die Zusammenarbeit mit einem Informationssicherheitsbeauftragten vor allem auf Vertrauen.

Ein ISB erhält Einblicke in kritische Systeme, Prozesse, Schwachstellen und strategische Entscheidungen. Deshalb sollte neben Fachwissen auch die persönliche Zusammenarbeit passen.

Auch bei NESEC war das über viele Jahre der entscheidende Faktor. Über mehr als 30 Jahre hinweg entstand der Großteil unserer Kundenbeziehungen nicht durch klassische Werbung, sondern durch Empfehlungen, langfristige Zusammenarbeit und Vertrauen.

Unternehmen empfehlen Partner weiter, wenn Projekte funktionieren, Audits erfolgreich verlaufen und Sicherheitsmaßnahmen im Alltag praktikabel bleiben. Und genau deshalb beginnt die Suche nach einem guten ISB oft mit einer einfachen Frage an Kollegen oder Partnerunternehmen.

„Mit wem habt ihr gute Erfahrungen gemacht?“

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