Wieviel Automatisierung geht bei der ISO 27001?
Unsere Anfragen explodieren derzeit. Firmen rufen an, weil ein wichtiger Partner die ISO27001-Zertifizierung als Voraussetzung stellt oder eine Ausschreibung keine Alternativen lässt. Viele wollen das schnell und effizient umsetzen, doch die Realität holt sie schnell ein. Manuelle Prozesse fressen Zeit und Nerven. Da kommt das Thema Automatisierung sehr gelegen und verlockend. Aber wie viel geht wirklich? Bevor wir Skripte schreiben, muss klar sein, was automatisiert werden kann und welche Bestandteile überhaupt vorhanden sind.
Zuerst die Bestandteile des ISMS inventarisieren
Automatisierung beginnt mit Sichtbarkeit. Der Informationssicherheitsbeauftragte (ISB) startet eine Bestandsaufnahme. Welche Elemente existieren im Unternehmen? Typischerweise finden wir Richtlinien und Verfahrensanweisungen vor. Das Asset-Inventar fehlt oft komplett. Risikobewertungen liegen als PDF in Schubladen. Das Statement of Applicability ist veraltet. Maßnahmenpläne aus letztem Jahr. Protokolle zu Sicherheitsvorfällen und Änderungen stapeln sich. Interne Audit-Berichte und Schulungsnachweise warten auf Digitalisierung. Der ISB scannt das in Woche eins. Unsere internen Skripte parsen Ordnerstrukturen und APIs. Innerhalb von Tagen liegt eine Heatmap vor. Welche Prozesse fressen Zeit? Wo entstehen Lücken? Erst jetzt wird klar, was sich automatisieren lässt.
Dann greifen unsere maßgeschneiderten Skripte und die Projekte laufen in 4 bis 6 Monaten statt 18.

Vollständig automatisierbare Prozesse
Einige Bereiche eignen sich besonders gut für den Einsatz von Skripten. An erster Stelle steht oft die Evidenzsammlung. Speziell entwickelte Lösungen ziehen Protokolle direkt aus den relevanten Systemen. Incident Protokolle entstehen automatisch und Statusberichte für das Management lassen sich jederzeit abrufen. Auch Erinnerungen an anstehende Audits werden automatisch verschickt. Die Protokollierung von Zugriffsrechten läuft im Hintergrund und Schulungsbestätigungen fließen über Schnittstellen direkt aus den HR Systemen ein.
Wie groß der Effekt sein kann, zeigt ein Projekt bei einem Logistikdienstleister. Dort wurde das Asset Inventar automatisiert. Server, Endgeräte und Cloud Ressourcen aktualisieren ihre Einträge stündlich. Manuelle Kontrollen sind nicht mehr nötig. Der Aufwand sank um rund 80 Prozent. Auditoren erhalten alle relevanten Informationen zentral in übersichtlichen Berichten.
Solche Prozesse erfordern keine fachlichen Entscheidungen. Es handelt sich vor allem um strukturierte Datenverarbeitung. Skripte lassen sich dabei flexibel an die jeweiligen Systeme und Abläufe eines Unternehmens anpassen.
Teilautomatisierbare Kernbereiche
Hier treffen Technik und fachliche Expertise aufeinander. Viele Schritte lassen sich sinnvoll vorbereiten und strukturieren. Risikobewertungen etwa können bereits vorab systematisch aufbereitet werden. Skripte berechnen auf dieser Grundlage Risikoscores und KPIs . Die ISBs prüfen die Ergebnisse anschließend und nehmen bei Bedarf Anpassungen vor.
Auch das Statement of Applicability (SOA) bleibt automatisch aktuell, sobald sich Kontrollen ändern. Beim Maßnahmen-Tracking wird der Ist Zustand kontinuierlich mit den definierten Zielen verglichen. Fortschrittsanzeigen machen sichtbar, wo noch Lücken bestehen. Interne Audits lassen sich ebenfalls weitgehend vorbereiten. Checklisten stehen bereit, Ergebnisse werden dokumentiert und bei Bedarf werden automatisch Korrekturmaßnahmen angestoßen.
In der Praxis zeigt sich, wie groß der Effekt sein kann. Häufig reduziert sich der Zeitaufwand erheblich. Ein betreutes Unternehmen konnte Risiken nahezu in Echtzeit verfolgen. Neue Bedrohungsinformationen aus externen Feeds wurden regelmäßig integriert. Die abschließende Bewertung und Freigabe bleibt dennoch beim ISB. Automatisierung sorgt in solchen Prozessen vor allem für Tempo und Transparenz.
Manuelle Entscheidungen, die bleiben müssen
Nicht alle Schritte lassen sich automatisieren. Gerade dort, wo Bewertung, Abwägung und Erfahrung gefragt sind, bleibt der Mensch zentral. Management Reviews leben von Diskussionen und unterschiedlichen Perspektiven. Auch bei Ausnahmen in der Risikobewertung braucht es eine bewusste Entscheidung. Die Priorisierung von Controls hängt stark vom jeweiligen Geschäftskontext ab. Am Ende wägt die Unternehmensleitung Kosten, Risiken und strategische Ziele gegeneinander ab.
Ähnlich verhält es sich bei Schulungen. Inhalte müssen zur Unternehmenskultur passen und verständlich vermittelt werden. Auch Tabletop Übungen für Sicherheitsvorfälle lassen sich nicht einfach automatisieren. Sie sollen reale Situationen nachstellen und vom Austausch der Beteiligten leben. In solchen Momenten greift der ISB bewusst ein. Seine unabhängige Rolle ist wichtig, um Interessenkonflikte zu vermeiden.
Automatisierung unterstützt diese Prozesse, indem sie Daten bereitstellt und Abläufe vorbereitet. Die eigentliche Entscheidung bleibt jedoch beim Menschen. In vielen Projekten zeigen sich genau hier die zeitintensivsten Phasen. Rund ein Fünftel der Arbeit entfällt auf diese Schritte. Gleichzeitig sind sie entscheidend für die Qualität der Ergebnisse. Strategisches Denken lässt sich nicht durch ein Skript ersetzen.
Unsere internen Skripte in der Praxis
Bei uns laufen die Prozesse über hausinterne Entwicklungen. Für jedes Unternehmen entstehen maßgeschneiderte Skripte, die vorhandene Systeme miteinander verbinden. Python bildet dabei häufig die technische Grundlage. Ein Beispiel ruft Audit Daten direkt aus einer Schnittstelle ab und verarbeitet sie automatisiert weiter. So lassen sich Protokolle auswerten und der aktuelle Compliance Status in übersichtlichen Reports darstellen.
So starten Sie durch
Machen Sie den ersten Schritt und vereinbaren Sie eine 60 Minuten Gap Session mit uns. Gemeinsam analysieren wir den aktuellen Stand Ihres Informationssicherheitsmanagements (ISMS), inventarisieren vorhandene Bestandteile und zeigen auf, wo konkretes Automatisierungspotenzial liegt. Auf dieser Basis erhalten Sie einen klaren Plan für die nächsten Schritte.
Dabei kombinieren wir die Rolle eines externen Informationssicherheitsbeauftragten mit individuell entwickelten Skripten und automatisierten Prozessen. So entsteht eine Lösung, die zu Ihrem Unternehmen passt und den Weg zur ISO 27001 strukturiert beschleunigt.